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apropos

WARTEZEITEN

und warum sie sich nicht immer vermeiden lassen.

Es gibt Tage, da denken wir - heute sind wir ganz gut in der Zeit, alles läuft planmäßig, nach dem allmorgendlichen Diagnostikprogramm beginnt die Sprechstunde pünktlich, es gab keine Verzögerungen.

Doch da kommt  Frau Müller* schmerzgekrümmt  mit einer akuten Gallenkolik. Sie muss sofort dazwischen geschoben werden  - dann kommt ein dringender Anruf von der Uni - nun kann es weitergehen - leider mit einer Verzögerung von 20 Minuten.

Herr Maier* wollte sich eigentlich ganz kurz fassen, doch da kommen wir auf seine erst vor kurzem verstorbene Frau zu sprechen...... er weint, braucht tröstende Worte ........ , meine Mitarbeiterinnen werfen mir drängende Blicke zu, nicht wissend, warum es bei Herrn Maier* so lange gedauert hat.

Da warten vier Patienten auf dem Flur und benötigen nur ein Rezept. Frau Schmidt* kann nicht verstehen, dass sie die `gute Salbe`, die ihr immer so gut geholfen hat, nicht mehr auf Rezept bekommt --- viele klärende Worte sind notwendig um ihr dies verständlich zu machen. Ich vermute, dass sie es trotzdem persönlich genommen hat.

Es sind keine Termine mehr frei, doch da kommt die Mutter mit der kleinen Lisa*  in die Praxis und möchte in die Sprechstunde. Die Kleine hat schon seit 3 Tagen hohes Fieber. Wir bitten sie, am Ende der Sprechstunde nochmals vorbeizuschauen, doch da sie aus Erbach kommt, will sie dieses Angebot nicht annehmen ---- Sie  wartet bis sich eine kleine Lücke auftut, und wir nehmen sie noch dazwischen. Es handelt sich um einen banalen Virusinfekt; ich untersuche das Kind, schreibe etwas auf und will mich verabschieden ---- da kommt wie aus der Pistole geschossen der berüchtigte Ausspruch  „ach Herr Doktor, wenn ich jetzt schon mal da bin“, können  Sie Lisas Haut mal anschauen ? Sie hat jeden Abend  so einen Juckreiz, ich denke  `einen Blick auf die Haut ` das kann ich kurz noch machen. Doch dann beginnt die Mutter sich in einer Seelenruhe über gesunde Hautpflege und Ernährung zu erkundigen----- da muss ich ihr zu verstehen geben, dass sie hierfür einen gesonderten Termin ausmachen soll. Sie verlässt etwas irritiert das Sprechzimmer. Ich bin nicht sicher, ob sie überhaupt bemerkt hat, wie sehr sie unsere ganze Terminplanung durcheinander gebracht hat.

Obwohl mir erst am Ende der Sprechstunde Patientenanrufe durchgestellt werden oder wir  zurückrufen, muss ich jedoch jetzt sofort mit Frau Schneider* sprechen, um zu entscheiden, ob ich sofort notfallmäßig zu einem Hausbesuch fahren muss, oder ob es nach der Sprechstunde reicht --- es ist 12.30 Uhr, wo ist die Zeit geblieben. Eine Stunde im Verzug,  obwohl wir Pufferzonen für dringende Fälle freigehalten haben.

Manche Patienten scheinen zu spüren, dass wir seit 7.45 Uhr ohne eine Minute Pause durchgearbeitet haben, manche sind nur ärgerlich, denken nicht daran, dass sie auch mal in der Haut von Herrn Maier* stecken könnten.

Seien Sie sicher, dass wir uns die allergrößte Mühe geben, Sie nicht warten zu lassen. Es ist weder mutwillig noch sind wir achtlos im Umgang mit Ihrer Zeit.

Machen Sie das Beste daraus indem Sie sich in ein Buch vertiefen oder in den Zeitschriften schmökern. Gönnen Sie sich Momente des Innehaltens in dieser schnellen Zeit.

Und sollten Sie mal wirklich in absoluter Zeitnot sein, dann rufen Sie vorher einfach an und erkundigen sich, ob wir im Verzug sind. Dann können sie diese Zeit noch nutzen und erst später losgehen oder losfahren.

Auf Verständnis hoffend

Ihre Hausärzte
Dr. med. Roland Hepp-Müller
Dr. med. Marianne Kling-Rivoir

* Die oben erwähnten Namen sind rein zufällig


 

Geh ich zu Ihm? - Geh ich zu Ihr?

Liebe Patienten,

seit wir wieder in Form einer Gemeinschaftspraxis arbeiten, werden Sie immer wieder vor die Entscheidung gestellt, welchen der beiden Ärzte Sie in Anspruch nehmen. Sie haben freie Arztwahl. Frau Dr. med. M. Kling-Rivoir und Herr Dr. med. R. Hepp-Müller fühlen sich beide in gleicher Weise für Ihr gesundheitliches Wohl verantwortlich.

Sie pflegen einen intensiven kollegialen Austausch, so dass bei dringenden, akut handlungsbedürftigen Krankheiten immer beide Ärzte Bescheid wissen. Von Vorteil ist es sicherlich, wenn Sie beide Ärzte kennen, Verlaufskontrollen bei einer Erkrankung jedoch, wenn möglich, bei demselben Arzt vornehmen lassen. Sollten die Termine bei einem der beiden Ärzte knapp sein, nehmen Sie dies zum Anlass, den anderen Kollegen/ die andere Kollegin kennen zu lernen.

Bei manchen Patienten kommt bei Inanspruchnahme des nicht gewohnten Arztes das Gefühl des Fremdgehens auf, das muss nicht sein. Zu zweit können wir Sie nahezu das ganze Jahr hindurch ärztlich betreuen und durch interkollegialen Austausch eine fachliche Optimierung gewährleisten.